Soziale Kompetenz: Ein wichtiger Baustein im Arbeitsleben

27. August 2021
Soziale Kompetenz im Arbeitsleben Soziale Kompetenz im Arbeitsleben

Soziale Kompetenz ist in vielen Stellenausschreibungen sehr gefragt. Dafür gibt es einen guten Grund: Sie ist in der Teamarbeit genauso wie im Kundenkontakt unerlässlich und kann den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens positiv beeinflussen. Was versteckt sich hinter diesem Begriff und welche wichtigen Aspekte in Bezug auf das Arbeitsleben beinhaltet er? Der folgende Beitrag liefert Antworten und Beispiele, die für Bewerber*innen hilfreich sein können.

Soziale Kompetenz: Definition und Bedeutung

In wenigen Worten gesagt: Soziale Kompetenz umfasst die Gesamtheit persönlicher Fähigkeiten, die es erlauben, selbstbewusst aufzutreten und sich zu anderen Menschen kooperativ zu verhalten. Sie bezieht sich daher auf jene Fähigkeiten, die für eine gelungene soziale Interaktion von essentieller Bedeutung sind. Diesbezüglich sei erwähnt, dass sich der Begriff der sozialen Kompetenz nur schwer abgrenzen lässt. Der Grund dafür ist, dass er eine nicht endende Vielzahl von Fähigkeiten einschließt.

Diese benötigt man nicht nur im Privatleben, um ein harmonisches Miteinander in der Familie sowie im Freundes- und Bekanntenkreis zu gestalten. Persönliche Fähigkeiten helfen auch im Berufsleben und bilden heute neben fachlichen Fertigkeiten und Kenntnissen das Fundament für den Erfolg im Job. Im Arbeitsleben bezeichnet man sie als Soft Skills, die im Unterschied zu Hard Skills mit einem Zertifikatsprogramm nicht erworben werden können. Persönliche Fähigkeiten sind angeboren und meist erlernbar.

4 Bereiche der Sozialkompetenz im Überblick

Soziale Kompetenz hat viele Gesichter und erweist sich in verschiedenen Situationen als wichtig. Erwähnenswert sind:

Umgang mit sich selbst

Die Sozialkompetenz in diesem Bereich ist mit emotionaler Intelligenz und emotionaler Reife eng verbunden. Eine Person, die mit sich selbst gut umgehen kann, zeichnet sich besonders durch eine positive Selbstwahrnehmung und ein hohes Selbstwertgefühl aus. Sie kann Eigenverantwortung übernehmen und hat das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.

Umgang mit anderen

Um eine vertrauensvolle Beziehung zu anderen herzustellen und langfristig zu pflegen, bedarf es einer guten Menschenkenntnis und Empathie. Zusätzlich hilft starkes Einfühlungsvermögen dabei, sich in andere hineinzuversetzen. Darüber hinaus ist eine soziale Interaktion ohne Kommunikationsfähigkeit, Kritikfähigkeit und Kompromissbereitschaft kaum möglich.

Zusammenarbeit

Sie kann nur dann gelingen, wenn alle involvierten Personen dazu fähig sind, miteinander zu kommunizieren und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Zudem sollten sie eine andere Meinung respektieren und Konfliktsignale rechtzeitig erkennen. Teamfähigkeit, Anpassungsfähigkeit, Lernfähigkeit und Konfliktfähigkeit sind für eine erfolgreiche Kooperation ein Muss.

Menschenführung

Es handelt sich hierbei um eine praktische Fähigkeit, andere Menschen zu führen und positiv zu beeinflussen. Eine Person, die diese Sozialkompetenz besitzt, fungiert oft als Vorbild und hat eine starke Überzeugungskraft. Gleichzeitig kann sie andere Menschen für eine (gemeinsame) Sache motivieren und bei ihnen ein Gefühl der Zugehörigkeit schaffen.

Rolle von Sozialkompetenz im Arbeitsleben

Soft Skills sind aus dem Arbeitsleben nicht mehr wegzudenken. Viele Unternehmen haben richtig erkannt, dass diese neben Fachwissen und Berufserfahrung beim täglichen Arbeitseinsatz eine wesentliche Rolle spielen.

Eins ist sicher: Persönliche Fähigkeiten des Personals haben einen positiven Einfluss auf zwischenmenschliche Beziehungen am Arbeitsplatz, interne Arbeitsabläufe und nicht zuletzt auch auf die Kundenzufriedenheit. Die Sozialkompetenz einzelner Mitarbeiter*innen fördert eine angenehme Arbeitsatmosphäre, die eine gute Basis für eine reibungslose Zusammenarbeit auf mehreren Ebenen der Organisation darstellt.

Drei Kompetenzen, die jede Person braucht!

  • Eigeninitiative: Sie ist proaktiv und dies mögen sowohl Personaler*innen im Rekrutierungsprozess als auch Führungskräfte im Rahmen der täglichen Zusammenarbeit mit Mitarbeiter*innen. Eine Person mit einem hohen Grad an Eigeninitiative ist dazu bereit, sich einen eigenen Handlungsspielraum zu schaffen und für eigene Entscheidungen Verantwortung zu übernehmen. Sie kann eigenständig Lösungsvorschläge entwickeln und Verbesserungspotenziale erkennen. Die Eigeninitiative setzt die Kritikfähigkeit voraus und hängt mit einem starken Durchhaltevermögen zusammen.
  • Kommunikationsfähigkeit: Sie ist das Mittel, um sprachliche Botschaften, Gefühle und Erwartungen an andere zu vermitteln. Eine Person, die effektiv kommuniziert, kann gute Beziehungen mit den Menschen aufbauen und die eigenen Interessen konsequent umsetzen. Sie ist ebenfalls dazu fähig, die Signale anderer richtig zu deuten und auf diese zu reagieren. Im täglichen Arbeitseinsatz hilft eine klare Kommunikation dabei, andere Mitarbeiter*innen von eigenen Ideen zu überzeugen sowie Missverständnisse zu vermeiden. Nicht zuletzt ist sie ein Weg dazu, kompetent aufzutreten.
  • Konfliktfähigkeit: Früher oder später kommt es in einem Teamtreffen oder einem 4-Augen-Gespräch mit dem Vorgesetzten zu Meinungsverschiedenheiten, die zu einem Streit führen können. Die Konfliktfähigkeit erlaubt es in einer solchen Situation, gesunde Grenzen zu setzen und ein klares Nein ohne Schuldgefühle zu sagen. Außerdem hilft sie dabei, trotz der gespannten Atmosphäre ruhig und sachlich zu bleiben. Eine Person, die diese wichtige Sozialkompetenz besitzt, kann ebenfalls eine Konflikteskalation am Arbeitsplatz verhindern und Konfliktlösungen entwickeln.

Sozialkompetenz beim Bewerbungsgespräch

Soziale Kompetenz gilt als Schlüsselqualifikation, mit der man bei der Bewerbung um einen Arbeitsplatz punkten kann. Allerdings ist zu beachten, dass die im Bewerbungsgespräch erwähnten Soft Skills für die Stelle tatsächlich relevant sind. Nur dann ist es möglich, sich aus der Bewerbungsflut positiv abzuheben und die eigenen Chancen als Bewerber*in zu erhöhen.

Auch hier lautet das Prinzip: Qualität statt Quantität. Es lohnt sich daher, nur drei wichtigste Stärken zu nennen und diese durch passende Beispiele aus dem Arbeitsalltag zu belegen. Floskeln und leere Worthülsen sollten möglichst vermieden werden.

Photo by Brooke Cagle on Unsplash