Startseite » HR Lexikon » Kernarbeitszeit


Kernarbeitszeit oder Kernzeiten spielen im Rahmen von Gleitzeitmodellen eine Rolle. Wie die gleitende Arbeitszeit funktioniert und welche Vor- und Nachteile sie für Arbeitnehmer und Arbeitgeber hat, erklärt der folgende Beitrag.

Kernarbeitszeit
Bild von Fakurian Design auf Unsplash

Kernarbeitszeit Definition

Der Begriff Kernarbeitszeit bezeichnet eine – in der Regel im Arbeitsvertrag geregelte – Zeitspanne, in der für Arbeitnehmer Anwesenheitspflicht am Arbeitsplatz besteht. Sie dient in Arbeitszeitmodellen mit Gleitzeitregelung dazu, die tägliche gleichzeitige Anwesenheit aller Mitarbeiter sicherzustellen.

Der zeitliche Rahmen der Kernarbeitszeit ist daher immer kürzer als die tägliche Gesamtarbeitszeit der Arbeitnehmer.

Vor- und Nachteile der Kernarbeitszeit

Sinn und Zweck festgelegter Kernarbeitszeiten ist es, die Mitarbeiter zu bestimmten Zeiten vor Ort zu wissen. Denselben Effekt hätten zwar auch fixe tägliche Arbeitszeiten, dafür bietet das Gleitzeitmodell Arbeitnehmern größtmögliche Flexibilität. Statt starrer Arbeitszeitmodelle haben Arbeitnehmer die Möglichkeit, ihre Work-Life-Balance besser zu gestalten.

Für Arbeitgeber bringt die Kernarbeitszeit den Vorteil, dass eventuelle Stoßzeiten durch Kernzeiten abgefedert werden können und während der Kernzeiten auf Telearbeit verzichtet werden kann. Nicht zuletzt führen Gleitzeit und Kernarbeitszeit zu einer höheren Mitarbeiterzufriedenheit – was letztlich auch dem Arbeitgeber nützt.

Kernarbeitszeit Regelung: Wie lange darf die Kernarbeitszeit sein?

Das deutsche Arbeitsgesetz hält keine gesetzliche Regelung für die Kernarbeitszeit beziehungsweise die Dauer von Kernarbeitszeiten bereit. Daher liegt die diesbezügliche Entscheidungsgewalt beim Arbeitsgeber beziehungsweise Betriebsrat. Normalerweise sind die Kernarbeitszeiten in der Betriebsvereinbarung oder aber einer Dienstanweisung festgelegt.

Klar ist: Die Kernarbeitszeit kann nicht die gesamte tägliche Arbeitszeit ausmachen. Schließlich besteht vor und nach der Kernzeit eine Gleitzeitregelung. Typischerweise beträgt die Kernarbeitszeit daher maximal sechs Stunden. So ist davor und danach noch jeweils eine Stunde Gleitzeit möglich.

… bei Teilzeit

Die Regelung der Kernarbeitszeit für Arbeitnehmer, die in Teilzeit arbeiten, hängt ganz von der jeweiligen Zeitverteilung an ihren Arbeitstagen statt. Ein Mitarbeiter zum Beispiel, der insgesamt 16 Stunden pro Woche und an zwei Tagen jeweils acht Stunden arbeitet, hat die gleiche Kernarbeitszeit wie seine Vollzeit-Kollegen.

Für den Fall jedoch, dass sich die Arbeitszeit der Teilzeitkraft auf mehr Arbeitstage verteilt (zum Beispiel vier Stunden an vier Tagen pro Woche), tun Arbeitgeber und Arbeitnehmer gut daran, eine individuelle Regelung der Kernarbeitszeit zu treffen. Diese könnte zum Beispiel so aussehen, dass der Arbeitnehmer eine ausschließlich für ihn geltende Anwesenheitspflicht beachten muss oder dass der Betroffene den Arbeitsplatz nach getaner Arbeit trotz laufender Kernarbeitszeit verlassen darf.

Da viele in Teilzeit beschäftigte Arbeitnehmer dieses Arbeitszeitmodell wählen, weil sie Kinder haben, sollten Unternehmen bei diesen individuellen Regelungen größtmögliche Rücksicht auf ihre Belange nehmen.

… bei Kurzarbeit

Laut der Bundesagentur für Arbeit gelten bei Kurzarbeit für Arbeitnehmer mit Gleitzeitkonto besondere Regelungen. So ist nur Arbeitszeitguthaben, das mehr als 10 Prozent der Jahresarbeitszeit beträgt, geschützt. Die Beschäftigten sind verpflichtet, den Rest einzubringen, um Kurzarbeit zu vermeiden.

Arbeitszeitguthaben, die vor dem Antrag auf Kurzarbeit länger als ein Jahr unverändert geblieben sind, sind ebenfalls geschützt. Das gilt – wenn das Guthaben geschwankt hat – allerdings nur für den niedrigsten Stand des Arbeitszeitguthabens. So müsste ein Arbeitnehmer, dessen Arbeitszeitguthaben im Jahr vor dem Kurzarbeit-Antrag zwischen 60 und 120 Stunden schwankte, 60 von diesen Stunden einsetzen, um Kurzarbeit zu vermeiden.

… bei Homeoffice

Die Kernarbeitszeit gilt auch für Beschäftigte, die im Homeoffice oder mobil arbeiten. Egal, ob telefonisch, per E-Mail oder Messanger-Dienst – die Betroffenen müssen also zu den festgelegten Kernarbeitszeiten erreich- und ansprechbar sein.

Disclaimer:

Wir möchten an dieser Stelle darauf hinweisen, dass unser Internet-Angebot einem unverbindlichen Informationszweck dient. Sie stellt im eigentlichen Sinne keine Rechtsberatung dar. Der Inhalt dieses Beitrages kann und soll eine individuelle und verbindliche Rechtsberatung nicht ersetzen. Aus diesem Grund sind alle angebotenen Informationen ohne Gewähr auf Richtigkeit und Vollständigkeit. Die Inhalte unserer Internetseite werden mit größter Sorgfalt recherchiert. Dessen ungeachtet kann der Anbieter keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen übernehmen. Zur Lösung von konkreten Rechtsfällen möchten wir Sie bitten, unbedingt einen Rechtsanwalt zu konsultieren.