Arbeitnehmer haben gegenüber ihrem Arbeitgeber ein Anrecht auf eine sogenannte Lohnsteuerbescheinigung. Hierbei handelt es sich um ein Dokument, das Auskunft über die tatsächlich abgeführte Lohnsteuer gibt.

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Begriffserklärung / Definition

Beschäftigt ein Arbeitgeber sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer, hat er dem Finanzamt einmal jährlich eine elektronische Lohnsteuerbescheinigung zu übermitteln.

Gleichzeitig ist er verpflichtet, seinen Mitarbeitern einen Ausdruck der Bescheinigung zukommen zu lassen. Hierbei handelt es sich um einen Nachweis darüber, dass der Arbeitgeber seinen steuerlichen Pflichten korrekt nachkommt.

Inhalt der Lohnsteuerbescheinigung

Bis zum Jahr 2013 erfolgte die Mitteilung der Lohnsteuerabzüge über spezielle Papierkarten. Heute ist das Verfahren jedoch komplett digital. Die Informationen sind bei den Finanzbehörden in einer zentralen Datenbank gespeichert.

Erfasst sind hauptsächlich die elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale. Diese sind auch unter dem Begriff ELStAM bekannt. Hierzu gehören beispielsweise:

  • das Geburtsdatum
  • die Steuer-Identifikationsnummer (Steuer-ID)
  • Steuerklasse
  • Angaben zur Kirchensteuer
  • Kinderfreibeträge

Besitzt ein Angestellter noch keine Steuer-ID, lassen sich die Daten mithilfe der elektronischen Transfer-Identifikationsnummer zuordnen. Mit dieser auch eTIN genannten Nummer weiß das Finanzamt, um welchen Mitarbeiter es sich handelt.

Die Bescheinigung ist beispielsweise hilfreich für die Steuererklärung. Bei Beamten tauchen außerdem die Versorgungsbezüge in dem Dokument auf. Diese erhalten Beamte im Ruhestand statt der gesetzlichen Rente. In Höhe des Versorgungsfreibetrages sind die Bezüge steuer- und sozialversicherungsfrei.

Erteilung der Bescheinigung

Arbeitgeber haben die elektronische Lohnsteuerbescheinigung bis zum letzten Tag des Februars des Folgejahres an das Finanzamt zu übermitteln. Die Arbeitnehmer erhalten ihren Ausdruck der Lohnsteuerbescheinigung daher in der Regel zusammen mit ihrer Lohnabrechnung für den Monat Februar.

Endet ein Arbeitsverhältnis mitten im Jahr, erhalten Arbeitnehmer den Ausdruck kurz nach Vertragsende. Auch Bezieher von Arbeitslosengeld haben gegenüber dem Arbeitsamt einen Anspruch auf eine Lohnsteuerbescheinigung.

Aufbewahrungsfristen

Arbeitgeber sind verpflichtet, die Lohnsteuerbescheinigung mindestens zehn Jahre lang aufzubewahren. Für Arbeitnehmer gibt es keine bestimmte Frist.

Die Bescheinigung dient jedoch vielen verschiedenen Zwecken. Im Alter hilft sie etwa bei der korrekten Berechnung der Rente. Bei einem Antrag auf Elterngeld oder BAföG für ein Kind ist sie ebenfalls erforderlich. Daher bietet es sich an, die Lohnsteuerbescheinigungen bis zum Renteneintritt aufzuheben.

Fehlerhafte oder verlorene Lohnsteuerbescheinigung

Geht eine Lohnsteuerbescheinigung verloren, ist es möglich, diese erneut beim Arbeitgeber anzufordern. Er ist verpflichtet, die Bescheinigung viele Jahre aufzubewahren. So ist er imstande die Bescheinigung jederzeit neu auszustellen.

Anders sieht es bei einer fehlerhaften Lohnsteuerbescheinigung aus. Der Arbeitgeber ist nicht berechtigt, Fehler selbst zu beheben. Wendet sich ein Arbeitnehmer wegen eines Fehlers in der Bescheinigung an ihn, nimmt der Arbeitgeber Kontakt mit dem Finanzamt auf. Dieses nimmt die erforderlichen Korrekturen vor. Da die Bescheinigung nicht rechtlich bindend ist, ist eine korrigierte Version jedoch nicht zwingend erforderlich.

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